Let’s make music – DAWs im Vergleich

Wolltet ihr schon immer mal den nächsten großen Musikhit landen, wusstet aber nicht mit welchen Mitteln das geht? Nachdem wir euch in der Profil schon viele „analoge“ Instrumente vorgestellt haben, wollen wir uns heute mal der digitalen Musikproduktion widmen und auf einige Programme zu sprechen kommen, welche euch dabei helfen können, eure eigenen Tracks zu erstellen.

Zuerst einmal: Was ist eigentlich eine DAW? Als DAW (Digital Audio Workstation) bezeichnet man das Programm, welches euch die Möglichkeit gibt, digital – also am Computer – Sound- und Mididateien, auf welche wir später zu sprechen kommen, zu verarbeiten. Vielleicht kennt ihr schon Audacity und habt es schon einmal verwendet. Auch Audacity könnte man als DAW bezeichnen, es besitzt mehrere Audiospuren, welche an einer Zeitleiste ausgerichtet sind und auf welchen Audioclips platziert werden können. Professionelle DAWs bieten jedoch noch einige weitere Funktionen.

Eine der wichtigsten Funktionen sind die digitalen Instrumente, welche meist als VST-Plugins vorliegen (VST = Virtual Studio Technology). Somit benötigt man heutzutage nicht mehr beispielsweise verschiedene Synthesizer, um unterschiedliche Klänge zu erzeugen. Alles, was man außer einem Computer benötigt, ist ein Keyboard mit MIDI (Musical Instrument Digital Interface) Funktion. Wenn ihr diese Keyboards an den Computer anschließt und ein Instrument in eure DAW ladet, wird der Ton nicht mehr im Keyboard erzeugt. Das Keyboard sendet nur noch Informationen darüber, welche Taste ihr wie stark gedrückt habt an das VST-Instrument, welches dann den Klang im Computer erzeugt. Dies reicht von unterschiedlichen Klavieren über sehr realistische Streichinstrumente bis hin zu Schlagzeugen, welche ebenfalls mit dem Keyboard gesteuert werden können. Somit habt ihr sozusagen alle Instrumente, die es gibt, in eurem Computer. Der einzige Lebkuchen Nachteil ist, dass man somit den Ton nur über das Drücken einer Taste erzeugt und eventuell der Ausdruck, den man an einem echten Instrument hat, verloren geht.

Aber welche DAWs gibt es nun? Es sollte dabei noch gesagt werden, dass die meisten DAWs zwar einige VSTs mitbringen, jedoch alle Programme noch durch weitere VSTs erweitert werden können (was leider oft sehr teuer ist). Doch nun zu den unterschiedlichen DAWs.

Cubase, das Urgestein unter den DAWs gibt es schon seit 1989 und führte in den 90ern übrigens auch als erstes VSTs ein. Auch heute ist es noch sehr beliebt und sogar durch die Cubase-AG auf einigen Computern in Raum 42 installiert, falls jemand es mal testen möchte. Generell sollte aber gesagt werden, dass es von fast jeder DAW eine herunterladbare Testversion gibt. Außerdem wird Cubase zum Beispiel von Filmkomponist Hans Zimmer verwendet. Cubase gibt es bereits ab 100€, man sollte jedoch immer die unterschiedlichen Versionen vergleichen, und schauen, welche Features man haben möchte.

Die Benutzeroberfläche von FL Studio

FL Studio ist ebenfalls ein sehr bekanntes Programm für die Musikproduktion und auch ich persönlich habe mich für FL Studio entschieden. Es bietet einige besondere Funktionen, welche auf das Erstellen von Beats ausgerichtet sind und hat außerdem lebenslange Updates. Auch hier gibt es verschiedene Versionen, wobei ich aber auf jeden Fall die Producer Edition für 190€ empfehle, da erst ab dieser Version Audiodateien verwendet werden können. Mit der Fruity Edition für 90€ könnt ihr lediglich mit den VST-Instrumenten herumspielen, was euch auf Dauer nicht ausreichen wird.

Ableton Live ist ein Programm, welches sich vor allem auf die Live Performance spezialisiert hat. Wenn ihr also in Clubs auftreten und dort live eure Pattern zusammenmischen wollt, ist Ableton etwas für euch, aber auch für die klassische Produktionen bietet das Programm viele Funktionen und ist auch recht übersichtlich gestaltet.

Wenn ihr lieber etwas weniger ausgeben wollt, solltet ihr am besten zu Magix Music Maker greifen, welches es sogar kostenlos gibt, dann aber auch nur sehr eingeschränkt. Trotzdem gibt es die Plus Edition schon mit vielen Funktionen für 60 € und auch ich habe damit angefangen. Besonders sticht das Programm mit vielen Loops heraus, woraus ihr sehr schnell einen Song basteln könnt, welcher dann aber natürlich nicht ganz so persönlich ist. Dennoch bietet das Programm auch Midifunktionalität und damit alles, was man für den Anfang benötigt.

Zu guter Letzt bleibt noch Logic Pro X, welches leider nur für MacOS verfügbar ist, da es vor mehreren Jahren von Apple gekauft wurde. Falls ihr jedoch einen Computer von Apple besitzt, ist das Programm sehr zu empfehlen, da es – typisch Apple – sehr intuitiv zu bedienen ist. Außerdem hat es von Anfang an sehr viele verschiedene Instrumente dabei, sodass ihr gleich richtig loslegen könnt.

Ich hoffe, für euch war etwas dabei und ich konnte euch ermuntern, mal in die Welt der DAWs hineinzuschnuppern.